Die eigene Website — Pflichtangaben, Technik & Kosten für KMU
Eine eigene Website ist für die meisten Betriebe heute Pflichtprogramm — Kunden erwarten sie, und ohne sie findet Sie bei Google kaum jemand. Doch eine Website ist nicht nur Gestaltungssache: Es gibt rechtliche Pflichten, deren Missachtung teuer werden kann (Stichwort Abmahnung). Dieser Ratgeber zeigt, was rechtlich rein muss, welche Technik sinnvoll ist und was eine Website realistisch kostet.
Pflichtangaben: Was rechtlich auf jede Website muss
Diese Angaben sind keine Kür, sondern gesetzlich vorgeschrieben. Fehlen sie oder sind sie unvollständig, drohen Abmahnungen durch Wettbewerber oder Verbraucherschützer. Das Wichtigste:
- Impressum nach § 5 DDG: Name und Anschrift (keine reine Postfach-Adresse), Kontakt (E-Mail und Telefon), Rechtsform und Vertretungsberechtigte, Handelsregister-/Umsatzsteuer-ID falls vorhanden. Bei reglementierten Berufen (Ärzte, Anwälte, Handwerk) zusätzlich Kammer und Berufsbezeichnung.
- Datenschutzerklärung nach Art. 13 DSGVO: Welche Daten Sie warum erheben, welche Dienste (Hosting, Analytics, Schriftarten, Kontaktformular) eingebunden sind und welche Rechte Besucher haben.
- Cookie-Banner: Sobald Sie nicht technisch notwendige Cookies oder externe Dienste laden, brauchen Sie eine Einwilligung — mit gleichwertigem „Ablehnen"-Button neben „Akzeptieren".
- Bei Online-Verkauf zusätzlich: AGB, Widerrufsbelehrung, Preisangaben inkl. Versandkosten und der „Bestellen"-Button mit eindeutiger Beschriftung (Button-Lösung).
Das Impressum muss von jeder Seite aus mit maximal zwei Klicks erreichbar sein — üblich ist ein Link im Footer. Gleiches gilt für die Datenschutzerklärung.
Cookie-Banner & Tracking richtig einbinden
Der häufigste Abmahn-Anlass bei kleinen Websites: ein Cookie-Banner, das keine echte Wahl lässt. So machen Sie es richtig:
- Vorab nichts laden: Google Analytics, Maps, YouTube-Videos oder externe Schriftarten dürfen erst nach aktiver Zustimmung geladen werden — nicht schon beim Seitenaufruf.
- Gleichwertige Buttons: „Ablehnen" muss genauso leicht erreichbar sein wie „Akzeptieren". Ein verstecktes oder graues Ablehnen ist nicht zulässig.
- Widerruf ermöglichen: Besucher müssen ihre Einwilligung jederzeit ändern können — meist über einen kleinen Link „Cookie-Einstellungen" im Footer.
- Google Fonts lokal einbinden: Werden Schriftarten direkt von Google geladen, fließt die IP-Adresse der Besucher an Google ab — ein bekannter Abmahngrund. Besser: Schriften lokal auf dem eigenen Server hosten.
Rechtsgrundlage ist Art. 6 Abs. 1 lit. a DSGVO in Verbindung mit § 25 TDDDG. Für reine Kontakt- und Info-Seiten ohne Tracking brauchen Sie kein Cookie-Banner — dann genügt die Datenschutzerklärung.
Barrierefreiheit: Betrifft das BFSG meine Website?
Seit dem 28. Juni 2025 gilt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG). Es sorgt für Verunsicherung — dabei ist die Betroffenheit für viele kleine Betriebe begrenzt:
- Betroffen sind vor allem: Online-Shops (B2C), Online-Buchungssysteme, Banking und digitale Dienstleistungen, die direkt an Verbraucher verkaufen.
- In der Regel nicht betroffen: reine Info- und Visitenkarten-Websites von Handwerk, Praxen oder lokalen Dienstleistern ohne Online-Verkauf.
- Kleinstunternehmen-Ausnahme: Betriebe mit weniger als 10 Mitarbeitern UND höchstens 2 Mio. € Jahresumsatz sind bei ihren Dienstleistungen vom BFSG befreit — und der Betrieb eines Online-Shops zählt als Dienstleistung, sodass die Ausnahme auch dort greift. Sie entfällt nur für bestimmte technische Produkte (z. B. E-Book-Reader, Computer, Zahlungsterminals).
- Gute Praxis ohnehin: Lesbare Schrift, ausreichende Kontraste, Bedienbarkeit per Tastatur und Alt-Texte für Bilder helfen allen Besuchern — und Google bewertet barrierearme Seiten tendenziell besser.
Im Zweifel gilt: Sobald über Ihre Website etwas verkauft oder gebucht werden kann, sollten Sie Barrierefreiheit ernst nehmen. Eine kurze rechtliche Einschätzung ist günstiger als eine Beanstandung.
Baukasten, WordPress oder Agentur — was passt?
Es gibt nicht die eine richtige Lösung. Welcher Weg passt, hängt von Budget, Anspruch und Ihrer Zeit ab:
| Lösung | Kosten | Geeignet für |
|---|---|---|
| Homepage-Baukasten (Jimdo, Wix, IONOS) | ca. 10–30 €/Monat | Kleine Betriebe, die selbst pflegen, schnell online wollen |
| WordPress (selbst gehostet) | 100–500 € Einrichtung + Hosting | Wer Flexibilität und eigenes Design will und etwas Technik-Affinität mitbringt |
| Agentur-Website | 3.000–10.000 € einmalig | Höherer Anspruch, individuelles Design, Online-Shop, kein eigener Aufwand |
Egal welcher Weg: Achten Sie auf die HTTPS-Verschlüsselung (Schloss-Symbol im Browser) und einen Server-Standort in der EU. Beides ist heute Standard und sollte ohne Aufpreis dabei sein.
Damit die Website auch gefunden wird
Eine Website ohne Besucher nützt nichts. Mit diesen Basics legen Sie das Fundament für Sichtbarkeit bei Google:
- Schnelle Ladezeit und mobile Darstellung: Über die Hälfte aller Besucher kommt vom Smartphone. Eine Seite, die auf dem Handy schlecht aussieht oder langsam lädt, verliert Kunden und Google-Ranking.
- Aussagekräftige Seitentitel und Texte: Jede Seite braucht einen eindeutigen Titel und Inhalte, die die Fragen Ihrer Kunden beantworten — mit den Begriffen, nach denen tatsächlich gesucht wird.
- Google Unternehmensprofil verknüpfen: Gerade für lokale Betriebe ist das Profil oft wichtiger als die Website selbst — verlinken Sie beides miteinander.
- Aktuell halten: Eine Website, die seit Jahren unverändert ist, verliert an Relevanz. Schon ein gepflegter Bereich mit News oder Referenzen hilft.
Häufige Fragen
Brauche ich als kleiner Betrieb überhaupt ein Impressum?+
Ja. Sobald eine Website geschäftlich genutzt wird — und das ist bei jedem Betrieb der Fall — gilt die Impressumspflicht nach § 5 DDG. Das gilt übrigens auch für geschäftliche Social-Media-Profile (Facebook, Instagram, LinkedIn). Ein fehlendes oder unvollständiges Impressum ist einer der häufigsten Abmahngründe.
Was kostet eine Website für ein kleines Unternehmen?+
Mit einem Homepage-Baukasten starten Sie ab etwa 10–30 € pro Monat inklusive Hosting. Eine individuelle WordPress-Seite kostet einmalig 100–500 € plus laufendes Hosting. Eine Agentur-Website mit eigenem Design liegt meist zwischen 3.000 und 10.000 €. Für die meisten kleinen Betriebe reicht ein guter Baukasten oder eine schlanke WordPress-Seite.
Muss meine Website barrierefrei sein?+
Das hängt davon ab, was Sie anbieten. Online-Shops und buchbare Dienste für Verbraucher fallen unter das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG). Reine Info-Seiten ohne Online-Verkauf sind in der Regel nicht betroffen, und für Dienstleister gilt eine Kleinstunternehmen-Ausnahme (unter 10 Mitarbeiter und höchstens 2 Mio. € Umsatz). Barrierearmes Design ist aber für alle empfehlenswert.
Darf ich Google Analytics einfach einbinden?+
Nur mit vorheriger Einwilligung der Besucher über ein Cookie-Banner — und Analytics darf erst nach der Zustimmung laden. Außerdem muss der Dienst in der Datenschutzerklärung genannt sein. Ohne diese Schritte riskieren Sie Abmahnungen und Bußgelder. Datensparsame Alternativen wie Matomo oder Plausible kommen teils ganz ohne Einwilligung aus.